Frühpensionierung (FIRE) in der Schweiz: die Jahre bis zur AHV-Rente überbrücken
| 01 | Die Lücke bei der Frühpensionierung |
| 02 | Woher das Geld kommt |
| 03 | Die zwei Kosten, die übersehen werden |
| 04 | Ein Wort zu «sicheren Entnahme»-Faustregeln |
| 05 | Häufige Fragen |
| 06 | Sehen Sie, ob die Brücke in Ihrem Plan trägt |
Wenn Sie in der Schweiz frühzeitig in Pension gehen (Frühpensionierung, manchmal FIRE genannt) und vor 65 aufhören zu arbeiten, entsteht eine Lücke: die Jahre zwischen Ihrem letzten Lohn und dem Beginn Ihrer staatlichen Rente (AHV). Diese Jahre müssen Sie selbst überbrücken — aus Ihrer beruflichen Vorsorge (Säule 2), Geld aus früheren Stellen, Ihrer privaten Säule 3a und Ihren Ersparnissen. Zwei Kosten werden dabei oft übersehen: Wer die AHV vorbezieht, erhält sie lebenslang kleiner, und bis 65 zahlen Sie weiterhin AHV-Beiträge. Diese Brücke — eine selbst gebaute Brückenrente — zu planen, ist vor allem eine Frage der Reihenfolge und des Zeitpunkts.
Kurz gesagt: vor 65 in Pension gehen heisst, die Jahre bis zur staatlichen Rente zu überbrücken — aus Vorsorge, 3a und Ersparnissen. Zwei versteckte Kosten: eine vorbezogene AHV ist lebenslang kleiner, und bis 65 schulden Sie weiter AHV.
Informativer Inhalt, keine Finanzberatung. Die Angaben gelten für 2026 und können sich ändern.
Die Lücke bei der Frühpensionierung
Ihre Vorsorge, Ihre 3a und die staatliche Rente sind alle darauf ausgelegt, ab 65 auszuzahlen. Hören Sie früher auf, entsteht eine Lücke, bis sie einsetzen. Sie zu überbrücken, ist Ihr Plan für diese Zwischenjahre — woher das Geld kommt, in welcher Reihenfolge, und was jeder Schritt kostet.
Woher das Geld kommt
- Ihre berufliche Vorsorge. Eine Frühpensionierung kann je nach Kasse eine vorzeitige Rente oder einen Kapitalbezug erlauben (plus Geld aus früheren Stellen, falls vorhanden).
- Ihre private Säule 3a. Sie können sie ab Alter 60 beziehen, sie eignet sich also für die frühen Jahre.
- Ihre eigenen Ersparnisse. Am flexibelsten — werden zusammen mit dem Rest bezogen.
Die zwei Kosten, die übersehen werden
- Beziehen Sie die AHV früh vor, ist sie lebenslang kleiner. Sie können Ihre staatliche Rente vor 65 beginnen, sie wird dann aber dauerhaft gekürzt — rund 6.8% weniger pro Jahr Vorbezug (2026). Warten Sie, ist sie höher.
- Bis 65 schulden Sie weiterhin AHV. Auch ohne Lohn zahlen Sie AHV nach Ihrem Vermögen und Renteneinkommen — siehe Früh in Pension? Sie schulden womöglich bis 65 weiter AHV.
Ein kurzes Beispiel (erfunden, zur Veranschaulichung): Wer mit 60 in Pension geht, könnte die Lücke aus 3a und Ersparnissen bestreiten, die Pension in einem geplanten Jahr als Kapital beziehen und entscheiden, ob die AHV früh beginnt (lebenslang kleiner) oder ob gewartet wird. Jede Wahl verändert die Steuer und die Rente, die bleibt.
Ein Wort zu «sicheren Entnahme»-Faustregeln
Online finden Sie feste «sichere Entnahmerate»-Regeln (etwa «4%»). Das sind grobe Ausgangspunkte, keine Versprechen — sie stammen aus bestimmten Märkten und passen nicht zu Ihrer Schweizer Vorsorge, Ihren Steuern und Ihrer Lebenserwartung. Ihr eigener sicherer Betrag ergibt sich aus Ihren eigenen Zahlen.
Häufige Fragen
Was ist die «Lücke» bei der Frühpensionierung?
Die Jahre zwischen dem Aufhören und dem Beginn Ihrer staatlichen Rente, die Sie selbst aus Vorsorge, 3a und Ersparnissen finanzieren.
Ist meine AHV kleiner, wenn ich sie früh beziehe?
Ja — sie vor 65 zu beginnen, macht sie dauerhaft kleiner (rund 6.8% weniger pro Jahr Vorbezug, 2026). Warten macht sie grösser.
Kann ich meine 3a zur Überbrückung der Frühpensionierung nutzen?
Ja — Sie können die 3a ab Alter 60 beziehen (bis 70 nur, wenn Sie über 65 hinaus erwerbstätig bleiben; haben Sie aufgehört zu arbeiten, wird sie mit 65 ausbezahlt), sie kann also die frühen Jahre finanzieren. Ein früherer Zugriff ist nur aus besonderen Gründen möglich, etwa beim Kauf von Wohneigentum oder beim Verlassen der Schweiz.
Zahle ich während der Lücke weiterhin AHV?
Ja — nach Ihrem Vermögen und Renteneinkommen bis 65, ausser die Beiträge Ihrer erwerbstätigen Ehepartnerin/Ihres erwerbstätigen Ehepartners oder Ihrer eingetragenen Partnerin/Ihres eingetragenen Partners decken Sie ab (gilt nur für Ehepaare und eingetragene Partnerschaften).
Sehen Sie, ob die Brücke in Ihrem Plan trägt
Die Brücke ist schwer zu beurteilen, weil sich alles gleichzeitig bewegt: aus welchem Topf Sie beziehen, die Steuer auf jedem Bezug, die AHV-Beiträge, die Sie weiterhin schulden, und die dauerhafte Kürzung, wenn Sie die AHV vorbeziehen. SORVA zeichnet das für Sie Jahr für Jahr nach: welches Geld Sie durch jedes Brückenjahr trägt, ob Ihre Ersparnisse reichen, bis sich Säule 3a und Pensionskasse öffnen, und was ein früherer oder späterer AHV-Beginn für Ihr Einkommen auf Lebenszeit bedeuten könnte. Steuern und AHV-Beiträge werden mit den tatsächlichen Schweizer Regeln für Ihren Kanton berechnet, auf Ihren echten Guthaben. Und wenn die Brücke nicht trägt, sehen Sie, in welchem Jahr es eng wird, solange noch Zeit zum Anpassen bleibt. Sehen Sie, ob Ihre Ersparnisse Sie bis zu Ihren Säulen tragen: Erstellen Sie Ihren Plan auf sorva.ch, kostenlos während der privaten Beta.
Projektionen sind Schätzungen auf Basis Ihrer Eingaben und der aktuellen Schweizer Regulierungsparameter. Sie stellen keine Finanzberatung dar. Die tatsächlichen Ergebnisse können abweichen.