FIRE-Rechner Schweiz: so berechnen Sie die Zahl Ihrer finanziellen Unabhängigkeit
| 01 | Was «finanziell unabhängig» bedeutet (Ihre FI-Zahl) |
| 02 | Die Entnahmerate ist eine Annahme, kein Versprechen |
| 03 | Warum die Schweizer Zahl anders ist (was ein einfacher Rechner übersieht) |
| 04 | Ein Hinweis zu Reformen |
| 05 | Wie SORVA hilft |
| 06 | Häufige Fragen |
Ihre FIRE-Zahl, also das Vermögen, ab dem Arbeit optional wird, ist Ihre jährliche Ausgabensumme geteilt durch die Entnahmerate, die Sie einplanen. Wer CHF 60'000 pro Jahr ausgibt und mit einer Rate von 4% plant, kommt auf CHF 1'500'000 (das entspricht Ausgaben × 25). Mit vorsichtigeren 3.5% sind es rund CHF 1'714'000. Die Formel ist der einfache Teil. In der Schweiz liegt die eigentliche Arbeit darin, dass Ihr Geld über drei Säulen verteilt ist, die sich in unterschiedlichen Altern öffnen, dass eine jährliche kantonale Vermögenssteuer am Ziel nagt und dass die Inflation es laufend verschiebt: alles Dinge, die ein einzeiliger Rechner stillschweigend ignoriert.
Kurz gesagt: FIRE-Zahl = jährliche Ausgaben ÷ Ihre Entnahmerate. In der Schweiz ist die Zahl nur der Anfang: Drei-Säulen-Brücke, Vermögenssteuer und Inflation formen das echte Ziel.
Informativer Inhalt, keine Finanzberatung. Die Angaben gelten für 2026 und können sich ändern.
Was «finanziell unabhängig» bedeutet (Ihre FI-Zahl)
Finanzielle Unabhängigkeit ist der Punkt, an dem Ihre Vermögenswerte Ihre Ausgaben ohne Lohn decken könnten. Die gängige Kurzformel:
- FI-Zahl = jährliche Ausgaben ÷ Entnahmerate.
- Dasselbe als Multiplikator: Ausgaben × (1 ÷ Rate). Bei 4% ist das ×25, bei 3.5% rund ×28.6, bei 3% rund ×33.3.
Alles hängt also an zwei Zahlen: an dem, was Sie ausgeben, und an der Rate, die Sie zu entnehmen bereit sind. Senken Sie die Rate, steigt das Ziel.
Die Entnahmerate ist eine Annahme, kein Versprechen
Im Internet begegnet Ihnen überall eine fixe «4%-Regel». Sie ist eine amerikanische Faustregel, abgeleitet aus einer bestimmten Marktgeschichte: ein grober Ausgangspunkt, keine Schweizer Garantie. Zwei Gründe, ihr hier mit Vorsicht zu begegnen:
- Renditereihenfolge-Risiko (Sequence-of-Returns-Risiko). Eine schwache Marktphase in Ihren ersten Ruhestandsjahren richtet mehr Schaden an als dieselbe Phase später, weil Sie Vermögenswerte verkaufen, um davon zu leben, während sie im Minus stehen. Eine einzelne Durchschnittsrendite verdeckt das.
- Ihre Schweizer Situation ist anders. Ihre staatliche Rente, Ihre Steuern und Ihre Lebenserwartung entsprechen nicht den Daten, aus denen die Regel stammt.
Deshalb verdrahtet SORVA keine einzelne Rate fest, sondern lässt Sie über ein Band planen: 3.0%, 3.5% oder 4.0% (Planungsannahmen von SORVA, kein Gesetz). So sehen Sie, wie vorsichtig oder mutig Ihr Plan ist. Eine Annahme von 3% statt 4% hebt ein Ziel bei CHF 60'000 Jahresausgaben von CHF 1'500'000 auf rund CHF 2'000'000. Dasselbe Leben, eine ganz andere Zahl.
Warum die Schweizer Zahl anders ist (was ein einfacher Rechner übersieht)
Ein Rechner mit fünf Feldern liefert eine plakative Zahl und hört dort auf. Die Lücke zwischen dieser Zahl und einem Plan, dem Sie vertrauen können, ist genau das Schweizer Detail. Drei Dinge verschieben Ihr echtes Ziel.
1. Ihr Geld öffnet sich in unterschiedlichen Altern: die Drei-Säulen-Brücke
Ihr FI-Vermögen ist kein einziger Topf, den Sie frei anzapfen können:
- Kapital aus der Säule 3a und aus Freizügigkeitsleistungen kann normalerweise nur in einem Fenster zwischen Alter 60 und 70 bezogen werden (2026; bis 70 nur, wenn Sie über 65 hinaus erwerbstätig bleiben, sonst wird es mit 65 ausbezahlt).
- Die AHV (die staatliche Rente) kann frühestens mit 63 beginnen, das ordentliche Referenzalter liegt 2026 bei 65, und ein Vorbezug macht sie dauerhaft kleiner (rund 6.8% weniger pro Jahr Vorbezug).
Wer zum Beispiel mit 52 in Pension geht, für den hat sich noch keine dieser Säulen geöffnet. Sie müssen eine Brücke aus frei verfügbaren Ersparnissen selbst finanzieren, bis es so weit ist. Und die maximale AHV-Einzelrente ist bei CHF 2'520 pro Monat (2026) plafoniert, der Staat trägt den Plan also nicht allein. An dieser Brücke entscheidet sich der Erfolg der meisten Frühpensionierungspläne. Wir behandeln sie ausführlich in Frühpensionierung in der Schweiz: die Jahre bis zur AHV-Rente überbrücken.
2. Vermögenssteuer und Inflation verschieben das Ziel leise
- Auf Bundesebene gibt es keine Vermögenssteuer, doch Kantone und Gemeinden erheben jedes Jahr eine auf Ihr Nettovermögen (2026). Sie ist bescheiden, aber ein wiederkehrender Posten, den eine «×25»-Regel nie abzieht. Die Sätze unterscheiden sich je nach Kanton; SORVA modelliert die vier unterstützten Kantone (ZH, BS, BL, AG). Wie stark der Kanton auch bei der Steuer auf Kapitalbezüge zählt, zeigt Kapitalbezugssteuer nach Kanton.
- Die Inflation macht das Ziel zu einem beweglichen. Wenn Ihre Ausgaben über die Jahrzehnte steigen, steigt auch das Vermögen, das sie decken muss. SORVA rechnet mit einer langfristigen Inflationsannahme und lässt Ihre Kosten Jahr für Jahr wachsen, statt die heutigen Ausgaben für immer einzufrieren.
3. Steuern auf dem Weg dorthin: Wertzuwachs vs. Erträge
Eine Feinheit, an der Do-it-yourself-Rechner scheitern:
- Private Kapitalgewinne auf beweglichem Vermögen sind auf Bundesebene steuerfrei (geltendes Recht: der Gewinn beim Verkauf privat gehaltener Aktien). Das hilft Schweizer Anlegerinnen und Anlegern spürbar.
- Auf Dividenden und Zinsen fällt jedoch an der Quelle die Schweizer Verrechnungssteuer von 35% an, für in der Schweiz Ansässige über die Steuererklärung rückforderbar. «Steuerfreier Wertzuwachs» ist also nicht dasselbe wie «steuerfreie Erträge», und der rückforderbare Teil sollte nicht als dauerhafter Abzug modelliert werden.
Beispiel (illustrativ, nicht Ihr Ergebnis, keine Engine-Ausgabe): Wer CHF 60'000 pro Jahr ausgibt, landet bei einer Annahme von 4% bei einer plakativen FIRE-Zahl von CHF 1'500'000. Mit vorsichtigen 3.5% sind es rund CHF 1'714'000. Kommt die Schweizer Realität dazu (eine Brücke, die vor 60/63 zu finanzieren ist, eine jährliche kantonale Vermögenssteuer und Ausgaben, die mit der Inflation steigen), liegt das komfortable Ziel nochmals höher. Die einzeilige Formel liefert die erste Zahl; der Plan entsteht in der Lücke danach.
Ein Hinweis zu Reformen
Es gab einen Plan, Kapitalbezüge aus der Vorsorge ab 2027 stärker zu besteuern (Teil des Entlastungspakets 27). Das Parlament hat diese Massnahme im März 2026 abgelehnt; sie ist also nicht Gesetz, und es gelten die heutigen Regeln. Wir aktualisieren diesen Leitfaden, falls sich das je ändert. Zum Verteilen eines grossen Kapitalbezugs über mehrere Jahre siehe Kapitalbezug staffeln.
Wie SORVA hilft
Eine einzeilige Formel gibt Ihnen ein Ziel; SORVA macht daraus einen Plan. Geben Sie Ihr Einkommen, Ihre Ausgaben und Ihr Erspartes ein, und SORVA zeichnet Ihr Geld Jahr für Jahr nach, über AHV, Pensionskasse, Säule 3a und Ihre freien Ersparnisse, und zeigt das Alter, in dem Ihr Ziel erreicht werden könnte. Es berücksichtigt, was ein einfacher Rechner übersieht: die Brückenjahre, bevor sich Ihre Säulen öffnen, die jährliche Vermögenssteuer in Ihrem Kanton und Ausgaben, die mit der Inflation steigen. Sie können zwischen Annahmen zur Entnahmerate wechseln (3.0%, 3.5% oder 4.0%) und beobachten, wie sich Ziel und Alter bewegen. Alles wird mit den tatsächlichen Schweizer Regeln für Zürich, Basel-Stadt, Basel-Landschaft und Aargau berechnet, mit Ihren eigenen Zahlen, nicht mit Durchschnittswerten. Berechnen Sie Ihre eigene Zahl: Erstellen Sie Ihren Plan auf sorva.ch, kostenlos während der privaten Beta.
Häufige Fragen
Was ist eine FIRE-Zahl in der Schweiz?
Es ist das Vermögen, ab dem Ihre Vermögenswerte Ihre Ausgaben ohne Lohn decken könnten: grob Ihre jährlichen Ausgaben geteilt durch die Entnahmerate, die Sie einplanen. Bei einer Annahme von 4% sind das 25× Ihre Jahresausgaben, bei 3.5% rund 28.6×. Die Formel ist überall dieselbe, doch die Schweizer Säulen, Steuern und die Inflation formen das echte Ziel.
Welche Entnahmerate gilt für die FIRE-Planung in der Schweiz?
Eine offizielle Schweizer Rate gibt es nicht. Die amerikanische «4%-Regel» ist ein grober Ausgangspunkt, kein Versprechen. SORVA lässt Sie mit 3.0%, 3.5% und 4.0% planen, damit Sie sehen, wie vorsichtig der Plan ist; eine tiefere Rate erhöht das Ziel. Ihre eigene tragfähige Rate hängt von Ihren Renten, Ihren Steuern, Ihrer Lebenserwartung und dem Marktglück ab.
Kann ich in Pension gehen, bevor meine Schweizer Renten beginnen?
Sie können früher aufhören zu arbeiten, doch Ihre Säulen öffnen sich nach ihrem eigenen Fahrplan: Kapital aus der Säule 3a und aus Freizügigkeitsleistungen ab Alter 60, die AHV frühestens mit 63 (Referenzalter 65 im Jahr 2026, bei Vorbezug dauerhaft kleiner). Die Jahre dazwischen sind eine Brücke, die Sie aus frei verfügbaren Ersparnissen finanzieren.
Funktioniert die 4%-Regel in der Schweiz?
Behandeln Sie sie als groben Anhaltspunkt, nicht als Regel. Sie stammt aus der US-Marktgeschichte und bildet weder Ihre AHV noch Ihre kantonalen Steuern oder Ihre Lebenserwartung ab, und sie ignoriert das Renditereihenfolge-Risiko. Für eine erste Schätzung ist sie nützlich; ein Plan mit Ihren eigenen Schweizer Zahlen ist verlässlicher.
Zahle ich Steuern auf meine Anlagen, wenn ich finanziell unabhängig bin?
Private Kapitalgewinne auf beweglichem Vermögen sind auf Bundesebene steuerfrei (geltendes Recht), was hilft. Auf Dividenden und Zinsen fällt an der Quelle die Schweizer Verrechnungssteuer von 35% an; in der Schweiz Ansässige fordern sie über die Steuererklärung zurück. Zusätzlich fällt jährlich eine kantonale Vermögenssteuer auf Ihr Nettovermögen an.
Projektionen sind Schätzungen auf Basis Ihrer Eingaben und der aktuellen Schweizer Regulierungsparameter. Sie stellen keine Finanzberatung dar. Die tatsächlichen Ergebnisse können abweichen.