Säule 3a verstehen: Abzug, Limiten und Bezug
Wie die Säule 3a funktioniert: 3a gegenüber 3b, die Limiten 2026, was der Abzug tatsächlich wert ist, wann Sie beziehen können und warum mehrere Konten sinnvoll sind.
Kurz gesagt: Die Säule 3a ist freiwilliges Sparen, das der Staat über Ihre Steuerrechnung mitfinanziert — und der Preis dafür ist, dass das Geld bis kurz vor der Pensionierung gebunden bleibt.
Die dritte Säule ist private, freiwillige Vorsorge. Es gibt sie in zwei Formen, und nur eine davon bringt den Steuervorteil, um den es den meisten geht.
3a oder 3b: der entscheidende Unterschied
Die Säule 3a ist gebunden. Beiträge sind bis zu einer Jahreslimite vom steuerbaren Einkommen abziehbar. Im Gegenzug ist das Kapital bis zum Rentenalter gebunden — abgesehen von einer kurzen Liste gesetzlich definierter Vorbezugsgründe.
Die Säule 3b ist frei. Keine Limite, keine Bindung — und kein Einkommensteuerabzug für Einzahlungen. Es ist gewöhnliches Sparen und Anlegen mit der üblichen steuerlichen Behandlung.
Für die meisten ist die 3a der Ausgangspunkt, weil sie langfristiges Sparen mit einer sofortigen, sicheren Steuerersparnis verbindet.
Die Limiten 2026
| Situation | Maximal abziehbarer Beitrag |
| --- | --- |
| Angestellt, mit Pensionskasse | CHF 7'258 |
| Selbstständig, ohne Pensionskasse | 20% des Nettoeinkommens, höchstens CHF 36'288 |
Es sind Jahreslimiten des Bundes. Wer jedes Jahr das zulässige Maximum einzahlt, nutzt den Vorteil vollständig aus.
Was der Abzug tatsächlich wert ist
Jeder in die 3a einbezahlte Franken wird im betreffenden Jahr vom steuerbaren Einkommen abgezogen. Die Ersparnis entspricht also dem einbezahlten Betrag multipliziert mit Ihrem Grenzsteuersatz — dem Satz auf dem obersten Einkommensfranken, nicht dem Durchschnittssatz.
Daraus folgen zwei Dinge, die man offen sagen sollte:
- Derselbe Beitrag von CHF 7'258 ist für ein hohes Einkommen in einer Hochsteuergemeinde deutlich mehr wert als für ein bescheidenes Einkommen in einer Tiefsteuergemeinde.
- Der Vorteil entspricht nicht dem ganzen Beitrag. Das Geld ist nicht steuerfrei, sondern steueraufgeschoben: Es wird beim Bezug besteuert, getrennt vom übrigen Einkommen und zu einem reduzierten Satz. Der echte Gewinn ist die Differenz zwischen beidem.
Wann Sie das Geld beziehen können
Die 3a wird in der Regel rund um die Pensionierung ausbezahlt — im Fenster von 60 bis 70 Jahren. Der Bezug löst eine einmalige Kapitalbezugssteuer aus, die getrennt vom übrigen Einkommen erhoben wird.
Ein Vorbezug ist nur in definierten Fällen möglich:
- Kauf oder Bau von selbstbewohntem Wohneigentum oder Amortisation der Hypothek darauf;
- Aufnahme einer selbstständigen Erwerbstätigkeit oder Wechsel der selbstständigen Tätigkeit;
- endgültiges Verlassen der Schweiz;
- Einkauf in die Pensionskasse;
- Bezug einer ganzen Invalidenrente.
Warum mehrere Konten statt eines
Die Bezugssteuer ist progressiv: Je grösser der in einem Jahr bezogene Betrag, desto höher der angewandte Satz. Bezüge im selben Jahr werden zusammengezählt.
Mehrere 3a-Konten erlauben es, sie in verschiedenen Kalenderjahren aufzulösen und jeden Bezug in einer tieferen Progressionsstufe zu halten. Ein einzelnes Konto lässt sich beim Bezug nicht aufteilen — es wird immer vollständig aufgelöst. Diese Flexibilität muss deshalb Jahre im Voraus geschaffen werden.
Konto, Versicherung oder Wertschriften
Eine 3a kann als Sparkonto, in einer Lebensversicherung oder in Wertschriften geführt werden. Die Wahl verändert Risiko und Renditeerwartung, nicht die steuerliche Behandlung. Eine Police koppelt das Sparen zudem an einen Versicherungsvertrag, der sich bei veränderten Verhältnissen schwerer auflösen lässt als ein Bankkonto.
Häufige Fragen
Wie viel kann ich 2026 in die Säule 3a einzahlen?
CHF 7'258, wenn Sie angestellt und einer Pensionskasse angeschlossen sind. Selbstständigerwerbende ohne Pensionskasse können 20% des Nettoeinkommens einzahlen, höchstens CHF 36'288.
Ist die Säule 3a wirklich steuerfrei?
Nein, sie ist steueraufgeschoben. Beiträge senken heute Ihr steuerbares Einkommen; das Kapital wird beim Bezug einmalig besteuert, getrennt vom übrigen Einkommen und zu einem reduzierten Satz.
Wann kann ich meine 3a beziehen?
In der Regel zwischen 60 und 70. Früher nur aus definierten Gründen: selbstbewohntes Wohneigentum, Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit, endgültiger Wegzug aus der Schweiz, Einkauf in die Pensionskasse oder eine ganze Invalidenrente.
Warum mehr als ein 3a-Konto eröffnen?
Weil die Bezugssteuer progressiv ist und Bezüge desselben Jahres zusammengezählt werden. Mehrere Konten, in verschiedenen Jahren aufgelöst, halten jeden Bezug in einer tieferen Stufe.
Quellen: BVV 3 (SR 831.461.3), insbesondere Art. 3 (Beitragslimiten) und Art. 7 (Selbstständigerwerbende ohne berufliche Vorsorge); kantonale Steuergesetzgebung und Praxis der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) zur gesonderten Besteuerung von Kapitalleistungen.
Informativer Inhalt, keine Finanzberatung. Die Angaben gelten für 2026 und können sich ändern.