Säule 3a einfach erklärt: was sie ist und was sie Ihnen wirklich bringt
| 01 | Was es ist |
| 02 | Wie viel Sie einzahlen dürfen |
| 03 | Was der Steuerabzug wert ist |
| 04 | Wann Sie das Geld zurückbekommen |
| 05 | Was die meisten zu spät erfahren |
| 06 | Was fünfunddreissig Jahre ergeben |
Jeden Dezember hängt dieselbe Werbung in den Banken. Letzte Chance, dieses Jahr noch in die Säule 3a einzuzahlen. Wer schon eine hat, weiss, was zu tun ist. Wer noch überlegt, ob sich eine lohnt, findet hier die Grundlagen.
So funktioniert die Säule 3a, in einfachen Worten, ohne Vorwissen.
In einem Satz: Die Säule 3a ist ein ganz normales Spar- oder Anlagekonto mit einer Regel dran, und für diese Regel zahlen Sie dieses Jahr weniger Steuern.
Was es ist
Sie eröffnen ein 3a-Konto selbst, bei einer Bank oder einer Versicherung. Sie zahlen ein, wann Sie wollen. Das Geld liegt dort und wird je nach Wahl verzinst oder angelegt.
Das ist alles. Ein normales Konto mit zwei Unterschieden.
Die Regel: Sie kommen nicht jederzeit an das Geld. Es ist gesperrt, bis Sie nahe an der Pensionierung sind, mit wenigen Ausnahmen, und die wichtigste heisst Wohneigentum.
Die Gegenleistung: In einem Jahr, in dem Sie AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen hatten, geht alles, was Sie einzahlen, von dem Einkommen ab, das Sie versteuern, bei Bund, Kanton und Gemeinde. Zahlen Sie 5'000 ein, behandelt Sie das Steueramt so, als hätten Sie 5'000 weniger verdient.
Das ist der Tausch. Sie verzichten eine Weile auf den Zugriff, und der Staat besteuert diesen Teil Ihres Lohns nicht.
Wie viel Sie einzahlen dürfen
Mit einer Pensionskasse am Arbeitsplatz, also wenn Sie angestellt sind und normal verdienen, liegt die Grenze 2026 bei 7'258 Franken im Jahr. Das ist eine Obergrenze, kein Soll. Jeder Betrag zählt.
Ohne Pensionskasse, etwa als selbständig erwerbende Person, sind es 20 Prozent des Erwerbseinkommens, höchstens 36'288 Franken. Deutlich mehr, weil kein Arbeitgeber einen zweiten Topf für Sie aufbaut.
Eine Sache lohnt sich zu wissen: Die Grenze gilt pro Jahr, und ein nicht genutztes Jahr ist weg. Sie können nächstes Jahr nicht doppelt einzahlen, um dieses nachzuholen.
Was der Steuerabzug wert ist
Die ehrliche Antwort: Es hängt von Ihrem Kanton, Ihrer Gemeinde, Ihrem Einkommen und Ihrer Situation ab, und das ergibt bei jeder Leserin und jedem Leser eine andere Summe. Eine einzelne Zahl wäre hier für fast alle falsch. Allgemein gilt nur: Je mehr Sie verdienen, desto mehr bringt Ihnen jeder eingezahlte Franken, weil er oben von Ihrem Einkommen abgeht.
Ihre eigene Steuersoftware zeigt Ihnen die echte Antwort: Betrag eintragen und die Differenz anschauen.
Wann Sie das Geld zurückbekommen
Der normale Weg: Auszahlung frühestens fünf Jahre vor Ihrem ordentlichen Rentenalter, also ab 60, wenn Ihr Rentenalter 65 ist. Fällig wird das Guthaben mit diesem ordentlichen Rentenalter, offiziell Referenzalter genannt. Wer dann noch erwerbstätig ist, kann den Bezug um bis zu fünf Jahre aufschieben.
Die Ausnahme, die am häufigsten genutzt wird, ist das eigene Zuhause. Sie dürfen das Geld vorzeitig beziehen, um Wohneigentum zum eigenen Bedarf zu kaufen oder zu bauen, sich daran zu beteiligen oder eine Hypothek darauf zurückzuzahlen. Das ist alle fünf Jahre einmal möglich.
Es gibt einige weitere, eng umschriebene Situationen, in denen das Geld früher herauskommt. Sie sind spezifisch, und Ihre Bank oder Versicherung sagt Ihnen in einem Telefonat, ob Ihre dazugehört.
Und wer verheiratet ist oder in eingetragener Partnerschaft lebt, braucht für den vorzeitigen Bezug die Unterschrift der Ehepartnerin oder des Ehepartners beziehungsweise der eingetragenen Partnerin oder des eingetragenen Partners.
Was die meisten zu spät erfahren
Die meisten eröffnen ein einziges 3a-Konto und zahlen dreissig Jahre lang darauf ein. Das ist übersichtlich, und am Ende kann es kosten.
Wird das Konto ausbezahlt, wird diese Auszahlung separat vom übrigen Einkommen besteuert, zu einem reduzierten Satz.
Wo der Kapitalbezugstarif Ihres Kantons mit der Höhe der Auszahlung steigt, kann die Steuer auf mehreren kleineren Konten, in verschiedenen Jahren geleert, insgesamt tiefer ausfallen als auf einem grossen. Ob das bei Ihnen zutrifft und die zusätzlichen Konten wert ist, prüfen Sie am besten, solange das Guthaben noch klein ist.
Eine Falle sollten Sie kennen: Auszahlungen im gleichen Kalenderjahr werden zusammengezählt und als eine besteuert, bei Ehepaaren auch über beide Partner hinweg. Es müssen also die Jahre auseinanderliegen, nicht nur die Konten.
Sprechen Sie es von sich aus bei Ihrem Anbieter an, denn die Konten müssen eröffnet sein, bevor das Guthaben gross ist.
Was fünfunddreissig Jahre ergeben
Wer mit 30 beginnt und bis 65 jedes Jahr die vollen 7'258 Franken einzahlt, hat beim heutigen Maximalbetrag, der periodisch angepasst wird, 254'030 Franken eingezahlt. Das sind nur die Einzahlungen, ohne Zins und ohne Anlagerendite. Ob daraus deutlich mehr wird, hängt ganz davon ab, was auf dem Konto liegt. Genau darum geht es im zweiten Punkt der Liste unten.
Es ist auch der Teil, den man leicht aus den Augen verliert, weil ein 3a-Konto sehr lange klein aussieht und dann ziemlich plötzlich nicht mehr.
Wo sie hingehört
Die Säule 3a ist der dritte der drei Töpfe, die Ihre Pensionierung bezahlen. Die staatliche Rente, die AHV, kommt über den Abzug auf der Lohnabrechnung. Die Pensionskasse füllen Sie und Ihr Arbeitgeber gemeinsam. Die Säule 3a ist die, die ganz Ihnen gehört, und die einzige, an der Sie heute etwas ändern können.
Unangenehm ist nur, dass niemand die drei für Sie zusammenzählt. Genau das macht SORVA: Sie erfassen einmal, was Sie haben, und sehen Jahr für Jahr, was daraus wird und wann Sie aufhören könnten, mit Ihrer Säule 3a im Bild statt auf einem vergessenen Konto. Während der öffentlichen Beta kostenlos, auf sorva.ch.
Was Sie diese Woche prüfen können
- Wenn Sie keine Säule 3a haben: Die Frage ist, ob es in Ihr Jahr passt, Geld bis 60 zu binden. Der Abzug bringt nur etwas, wenn Sie in der Schweiz Einkommenssteuer zahlen.
- Wenn Sie eine haben: schauen Sie nach, was drauf liegt und ob es verzinst oder angelegt ist. Viele liegen in bar, ohne dass das je jemand entschieden hätte.
- Wenn sie schon gross ist: fragen Sie nach einem zweiten Konto für künftige Einzahlungen.
- Setzen Sie sich Anfang Dezember eine Erinnerung. Das Geld muss vor Jahresende auf dem Konto sein, damit es für dieses Jahr zählt.
Häufige Fragen
Ist eine Säule 3a bei der Bank besser als bei einer Versicherung?
Es sind zwei verschiedene Dinge, und das Gesetz anerkennt beide. Eine Säule 3a bei der Bank ist eine Sparvereinbarung: Sie entscheiden jedes Jahr, was Sie einzahlen, und in einem mageren Jahr auch gar nichts. Eine Säule 3a bei einer Versicherung ist eine Police: Sie vereinbaren eine Prämie, meist über viele Jahre, und ein Teil jeder Prämie kauft Todesfall- oder Invaliditätsschutz, statt in Ihr Guthaben zu fliessen.
Die Bindung ist der Punkt, der vor der Unterschrift zu klären ist. Wie Ihr Einkommen in zehn Jahren aussieht, wissen Sie heute nicht, und eine Police vorzeitig zu beenden ist nicht dasselbe, wie eine Sparzahlung auszusetzen.
Bevor Sie das eine oder das andere unterschreiben: Lassen Sie sich schriftlich geben, wie viel von jeder Jahreszahlung in Ihr Guthaben fliesst und was der Vertrag Ihnen auszahlt, wenn Sie ihn nach drei und nach fünf Jahren beenden (der Rückkaufswert). Stellen Sie der Bank dieselben zwei Fragen zu ihren Gebühren. Vergleichen Sie die Antworten dann mit dem, was Sie bis dahin einbezahlt haben.
Eine Sache lohnt sich zu wissen: Das Gesetz erlaubt, eine Säule 3a bei der Bank mit einer separaten Risikoversicherung zu ergänzen. Sie müssen Sparen und Schutz also nie als ein Produkt kaufen, um beides zu haben. Getrennt gekauft, sehen Sie den Preis von beidem und können das eine ändern, ohne das andere anzurühren.
Kann ich ein verpasstes Jahr nachzahlen?
Seit 2025 gibt es eine begrenzte Möglichkeit, verpasste Jahre nachzuzahlen, mit eigenen Bedingungen. Das ist ein eigenes Thema und hat bei uns einen eigenen Ratgeber.
Was passiert mit meiner Säule 3a, wenn ich sterbe?
Sie wird an die Personen ausbezahlt, die Gesetz und Vertrag in einer festen Reihenfolge nennen. Wer unverheiratet mit einer Partnerin oder einem Partner zusammenlebt, sollte das prüfen statt annehmen, denn die Reihenfolge beginnt nicht dort.
Darf ich mehrere 3a-Konten haben?
Ja, und für die meisten ist das die bessere Lösung, aus dem Steuergrund oben.
Bildungsinformation, keine Finanzberatung. Zahlen gelten für 2026 und können ändern. Was ein Abzug Ihnen bringt, hängt von Ihrer Situation ab; fragen Sie Ihr Steueramt oder eine qualifizierte Fachperson nach Ihren eigenen Zahlen.